Warum Leser von heute mehr als Standardbücher erwarten

3. Februar 2026

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Der Buchmarkt befindet sich im Umbruch. Sinkende Auflagen, verändertes Kaufverhalten und neue technologische Möglichkeiten fordern Verlage heraus, eröffnen aber zugleich neue Wege. In einem Gespräch mit dem Future Book Magazine spricht Ulrich Schätzl, COO der Elanders Print & Packaging, über diese Entwicklungen und darüber, wie Digitaldruck, Print-on-Demand und Personalisierung das Verlagsgeschäft nachhaltig verändern. Das vollständige Interview ist online im Future Book Magazine nachzulesen:

https://dpr-future-book-magazine.com/en/fbf/elanders/elandersinterviewtext-d

 

Aus Sicht von Elanders ist ein klarer Trend erkennbar: Während der klassische Offsetdruck – aufgrund sinkender Auflagen – an Bedeutung verliert, verzeichnet der Digital- und Inkjetdruck im Verlags- und Fotobuch Bereich stark steigende Bedarfe. Kleinere und mittlere Auflagen lassen sich heute wirtschaftlich, flexibel und in gleichbleibend hoher Qualität produzieren. Für Verlage bedeutet das mehr Flexibilität in Kapital und Lagerung, sowie die Möglichkeit, Inhalte schneller an neue Anforderungen anzupassen.

 

Print-on-Demand spielt dabei eine zentrale Rolle. Obwohl der Anteil digital produzierter Bücher aktuell noch vergleichsweise gering ist, sieht Ulrich Schätzl hier ein enormes Potenzial. Ziel ist es, Verlage von komplexen Kalkulationsfragen zu entlasten und ihnen mehr Freiheit in der Produktionsplanung zu geben. Mit neuen Modellen wie dem sogenannten „Smart Flat Pricing“ können Auflagen unabhängig davon kalkuliert werden, ob sie in einem Schritt oder in mehreren Tranchen produziert werden. So wird es einfacher, flexibel zu bleiben und Inhalte auch während des Lebenszyklus eines Buches zu aktualisieren.

 

Ein konkretes Beispiel für diesen Ansatz ist die Kooperation zwischen Elanders und Thalia. Gemeinsam entsteht ein neues Digitaldruck- und Versandzentrum, das Printproduktion und Logistik eng miteinander verzahnt. Bücher können dadurch entweder direkt im stationären Handel verfügbar gemacht oder bei Bedarf produziert und kurzfristig an Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden – sei es nach Hause oder zur Abholung im Store. Für Verlage entsteht so eine integrierte Lösung, die Herstellung, Distribution und Geschwindigkeit neu zusammen denkt.

 

Neben Effizienz und Flexibilität rückt ein weiteres Thema immer stärker in den Fokus: Personalisierung. Leserinnen und Leser erwarten zunehmend individuelle Produkte – auch im Buchmarkt. Ob personalisierte Vorworte, besondere Ausstattungen oder individuell zusammengestellte Inhalte: Technologisch ist vieles bereits möglich und wirtschaftlich umsetzbar. Gerade für jüngere Zielgruppen wie die Gen Z, die Individualisierung aus Streaming- und On-Demand-Angeboten gewohnt sind, eröffnen sich dadurch neue, attraktive Buchformate.

 

Damit solche Modelle funktionieren, müssen Inhalte modularer gedacht werden. Einzelne Texte, Rezepte oder Kapitel lassen sich so schneller aktualisieren, neu kombinieren oder für unterschiedliche Anwendungsfälle nutzen. Für Verlage entstehen daraus neue Geschäftsmodelle, bei denen auch kleinere Stückzahlen wirtschaftlich sinnvoll sind – mit hoher Relevanz für volatile Märkte wie den Ratgeberbereich.

 

Ulrich Schätzl ist überzeugt, dass die Branche heute an einem entscheidenden Punkt steht. Die technischen Voraussetzungen für hochqualitativen Digitaldruck, personalisierte Inhalte und integrierte Logistik sind vorhanden und entwickeln sich rasant weiter. Wer bereit ist, bestehende Prozesse zu hinterfragen und Inhalte flexibler zu denken, kann neue Zielgruppen erreichen und dem Buch als Medium eine zukunftsfähige Perspektive geben.

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